Die Aufeinanderfolge
von Tag und Nacht ist natürlicherweise das erste Zeitmaß
gewesen. Dieser natürliche Wechsel fällt uns am meisten
auf. Erst später hat man die Aufeinanderfolge der Jahreszeiten
bemerkt, ihre Dauer geschätzt und die Länge des Jahres
erkannt. Die Phasen des Mondes folgen rascher aufeinander und fallen
mehr in die Augen als die Jahreszeiten, und die Zeit hat viel früher
Tage und Nächte eingeteilt werden müssen als in Jahre.
Alte indische Gedichte lassen noch die Befürchtungen der ersten
Menschen vor dem Einbruch der Nacht durchklingen.....
"Die Sonne, die gute Sonne ist im Westen ganz verschwunden;
ist es wohl sicher, dass wir sie morgen früh im Osten wiedersehen
werden? Wenn sie nicht wiederkäme, so wäre kein Licht
mehr, die riesige dunkle Nacht bedeckte die Welt! Wie können
wir das verlorene Feuer wiederfinden? Wodurch können wir die
wohltätige Sonne und Ihr himmlisches Licht ersetzen? Die Sterne
lassen ihr stilles Licht herabschimmern, der Mond gießt in
die Fluten der Atmosphäre jenen silberglänzenden Tau aus,
der so großen Reiz über die schlummernde Natur verbreitet.
Allein ist ja nicht die Sonne, nicht der Tag. Ah langsam steigt
die Morgenröte empor, das Licht erscheint wieder, der Tag ist
da! Sonne Königin des Himmels, vergiss nie wiederzukommen!"

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