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Astronomische
Geschichten aus der Antike - Atmosphäre
Zunächst steht
die Atmosphäre, welche unsern Erdkörper umgibt und seine ganze
Oberfläche in der azurnen Flüssigkeit badet, im engsten Zusammenhang
mit dem Leben: Sie schmückt den rauhen Boden mit seinem üppigen
Pflanzenteppich, mit dunklen und belebten Wäldern, mit gründenden
Wiesen, mit reichen Blumen und Früchten. In ihr steigt der
fruchtbringende Sonnenstrahl nieder, bildet sich die flockige
Wolke, leert der Regen seine Urne aus, bricht das Gewitter
los und wölbt sich der herrliche Regenbogen über dem Duftigen
Gelände. Sie zieht wie eine belebende Flüssigkeit durch unsre
atmenden Lungen, bedingt das zarte Dasein des Neugeborenen
Kindes, empfängt den letzten Hauch des Sterbenden auf seinem
Schmerzenslager. Die Atmosphäre ist ohne Zweifel von allen
Elementen, welche die physische Konstitution eines Sternes
bedingen, das wichtigste. Ohne Atmosphäre, ohne diese gasartige
Hülle, aus welcher die belebten Wesen unaufhörlich Schöpfen,
was zu ihrem Dasein notwendig ist, ist es uns möglich, etwas
anderes als die Starrheit und die Stille des Todes zu erkennen.
Weder Tiere noch Pflanzen selbst der niedrigen Gattung vermögen
zu leben und sich zu entwickeln anders als in einer flüssigen
Umgebung, die elastisch und beweglich ist und deren Moleküle
in beständigem Wechselverkehr unter sich und mit ihn Lebewesen
stehen. - Gewiss sind wir weit entfernt davon, alle Modalitäten
zu kennen, unter denen sich das Leben zeigt; allein, wenn
wir nicht aus dem Gebiet der Beobachtungstatsachen in dasjenige
der reinen Einbildung übergehen wollen, so sind wir gezwungen,
zuzugeben, dass die Atmosphäre als die wichtigste Existenzbedingungen
organisierter Wesen erscheint. Die Natur ist so mannigfaltig
in ihrer Wirksamkeit, so vielgestaltig in den Äußerungen ihrer
Lebenskraft, dass wir das Recht nicht haben, ihr irgend eine
Funktion abzusprechen.

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