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Astronomische
Geschichten aus der Antike - Mondfinsternis
Die Geschichte
erzählt eine große Menge denkwürdiger Vorkommnisse, auf welche
die Finsternisse den größten Einfluss haben. Alexander sah
vor der Schlacht von Arbela sein Heer wegen eines solchen
Phänomens auseinanderstieben; der Tod des athenischen Feldherrn
Niklas und der Untergang seines Heeres in Sizilien, womit
der Zerfall Athens begann - sollen durch eine Mondfinsternis
verursacht worden sein. Man weiß, wie Christoph Kolumbus,
auf Jamaika mit seiner kleinen Armee vom Hungertode bedroht,
ein Mittel fand, sich Lebensunterhalt zu verschaffen, indem
er den Karabaien erklärte, er werde sie vom nächsten Abend
an des Mondlichtes berauben. Die Verfinsterung hatte kaum
begonnen, als sie sich ihm unterwarfen. Es war die Mondfinsternis
vom 1. März 1504, die in Europa in Ulm von Stoffler, in Nürnberg
von Bernhard Walter beobachtet wurde und die in Jamaika um
6 Uhr abends eingetroffen ist. Wir werden andere Züge dieser
Art nicht aufzählen, von denen die Geschichte wimmelt und
die aller Welt bekannt sind. Die Finsternisse verursachen
bei niemand mehr Schrecken, seitdem man weiß, dass die eine
natürliche und unausweichliche Folge der kombinierten Bewegungen
der drei Himmelskörper Sonne, Mond und Erde sind. Seitdem
man insbesondere weiß, dass diese Bewegungen regelmäßig und
fortwährend vorkommen und dass man mittelst der Berechnung
die Finsternisse voraussagen kann, welche inskünftig eintreten
werden, und wie man diejenigen auffinden kann, die in der
Vergangenheit vorgekommen sind. So hat ein Astronom des 18.
Jahrhunderts, Pingré, der Verfasser der Kometographie, die
genauen Daten aller Finsternisse berechnet, welche seit dreitausend
Jahren einget.reten
sind.

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