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Astronomische
Geschichten aus der Antike - Komet Donato
Mehrere dieser
Kometen haben eine lehrreiche astronomische Geschichte. Der
erste, von Pons, dem Abwart der Sternwarte in Marseille den
26. November 1818 entdeckte, wurde als identisch mit denjenigen
von 1786, 1795, 1815 erkannt infolge der Berechnungen des
Astronomen Encke in Berlin, der nachgewiesen hat, dass es
ein und derselbe Komet sei, dessen Umlaufszeit nur 3 Jahre
und 106 Tage oder 1212 Tage ungefähr beträgt. Diese
Dauer verändert sich um mehrere Tage je nach den Planetenstörungen.
Seit 1818 ist dieses teleskopische Gestirn pünktlich
zum stelldichein erschienen; aber - was merkwürdig ist
- bei jedem seiner Umläufe fand eine leichte Verminderung
der Periode statt: um 1/10 Tag oder 2 ½ Stunden. Zu
Ende des 18. Jahrhunderts war diese Periode nahezu 1213 Tage;
sie betrug 1818 1212 Tage, 1838 1211 Tage, 1858 1210 Tage
und heute ((1887))1209 Tage, nachdem den Störungen der
großen Planeten Rechnung getragen worden ist. Welcher
Ursache ist diese Verminderung zuzuschreiben? Wenn es so fortginge,
so würde der Komet sich mehr und mehr der Sonne nähern,
indem er eine langsam sich verjüngende Spirale befolgen
und schließlich in dieselbe fallen und darin verbrennen
würde. Das ist übrigens vielleicht das Schicksal
einer großen Anzahl von Kometen. Man hat vermutet, das
interplanetare Medium, der Äther, in welchem sich Lichtwellen
fortpflanzen, vermöge der Bewegung von Wolkenkörpern,
die so leicht seien, wie die Kometen, einen gewissen Wiederstand
zu leisten, und dadurch die berührte Verminderung zu
verursachen. Dem steht aber ein Einwand gegenüber: die
andern Kometen von kurzen Perioden bieten kein Anzeichen einer
Ähnlichen Verminderung. Es scheint mir, der Einfluß
kleinerer Planeten, in deren Zone der Komet während zwei
bis drei Jahren dahinfliegt, könnte wohl nicht null sein
und diese Beschleunigung der Bewegung erklären.
Dieser
Komet bietet den Anblick einer schwachen Nebelmasse, die von
einem leichten Schweif begleitet ist; er ist von bloßem
Auge sichtbar gewesen wie ein Stern sechster Größe,
verschwommen ausgedehnt 1828, 1838, 1847. Man hat gesucht,
seine Masse zu schätzen; aber er übt gar keine Wirkung
auf die Planeten aus, im Gegenteil, er wird von ihrem Einfluß
in seinem Fluge gestört. Er ist so wenig dicht, dass
man die Planeten durch seine Masse hindurch unterscheidet.
Infolge der Intensität des Sonnenlichtes, das er gleichwohl
reflektiert, kann man jedoch annehmen, diese Masse sei nicht
ganz unbedeutend und Roche hat sie sogar auf 1/1000 derjenigen
der Erde geschätzt. Ein offenes Problem.
Wie
viele Kometen gibt es am Himmel?
So viele, wie Fische im Ozean, antwortet hierzu
Kepler. Diese Antwort hat nichts Übertriebenes. Sie fliegen
von einer Sonne zur anderen in allen Richtungen der Unendlichkeit;
sie gravitieren auch um andere Gestirne, und vielleicht hat
gerade ihr Sturz auf gewisse Sterne die fürchterlichen
Zusammenstöße bewirkt. So können wir also
endgültig die Zahl der Kometen nicht nur auf Millionen,
auch nicht auf Hunderte von Millionen, sondern auf Milliarden
schätzen. Welch ein Erstaunen würde sich unser bemächtigen,
wenn wir versuchten, uns die Verschlingung Tausender von Kometenbahnen,
die die Regionen durchziehen, in denen wir selbst schweben,
vorzustellen? Diese geheimnisvollen Gestirne sind die Boten
des Himmels. Was berichten sie uns?

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