Refraktoren
Wie gesagt, wird bei diesem Fernrohrsystem
eine Linsenkombination zur Bilderzeugung verwendet. Der Einsatz
derartiger Linsen, die meist aus einer einzelnen Sammellinse bestehen,
für astronomische Zwecke scheitert an den ausgeprägten
Bildfehlern dieser Linsen. Sammellinsen finden in der Amateurastronomie
in Kleinstfernrohren und in Spezialfernrohren Verwendung. Um die
vielfältigen Bildfehler, die schon die einzelne Linse aufweist,
auszugleichen oder zu mindern, wurden spezielle Objektivkonstruktionen
geschaffen, die diese Fehler durch einen entgegengesetzten Fehler
der nächsten Linse wieder ausgleichen.
Reflektoren
Ein einfaches und optisch hervorragendes
Instrument, ist das Spiegelteleskop genannt, da sich auch für
den Selbstbau sehr gut eignet. Das Licht, das der Hauptspiegel
reflektiert, wird vom einem kleinen Hilfsspiegel, dem sogenannten
Fangspiegel, aus dem Strahlengang herausgelenkt, damit der Brennpunkt
außerhalb des Fernrohrtubus liegt.
Spiegel-Teleskope
haben zwei Nachteile
Der Tubus (Rohr) ist nach vorne
offen. Daher können sich leicht Lufttubulenzen
bilden und die Bildqualität verschlechtern.
Der Temperaturausgleich von geheizten Aufbewahrungsort zum meist
kalten Beobachtungsort verursacht ebenfalls solche Turbulenzen.
Infolge der offenen Bauweise ist der Objektivspiegel der Verschmutzungen
durch die Luft ausgesetzt. Die Anlagerung von Schmutzteilchen,
die fein verteilt in der Atmosphäre schweben, bewirkt daß
der Belag des Spiegels, der meist aus einer hauchdünnen Aluminiumschicht
besteht, im Laufe der Zeit verblasst. Der Reinigung des Spiegels
ist daher besonderes Augenmerk zu schenken.
Cassegrain-Teleskop

Beim Newton-Teleskop wird
das Licht durch den Fangspiegel herausgespiegelt, reflektiert
der Cassegrain-Fangspiegel das einfallende Licht wieder zum Hauptspiegel
zurück. Der Brennpunkt der Optik liegt hinter dem Spiegel,
beobachtet wird wie beim Refraktor hinten. Mit diesem System kann
hier eine kurze Bauweise angefertigt werden.
Nachführhilfen
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Die wichtigste
Nachführhilfe ist das Fadenkreuz, mit dem kontrolliert
wird, ob sich ein Stern während der Aufnahme bewegt hat.
Meist werden handelsübliche Fadenkreuzokulare ohne Beleuchtung
angeboten. Dies kann bei der Nachführung einige Schwierigkeiten
verursachen, so daß ein beleuchtetes Fadenkreuz in jedem
Fall zu bevorzugen ist. Ein beleuchtetes Fadenkreuzokular
mit verstellbaren Fadenkreuzgittern ist hier optimal. |
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Beim Offset-Guiding, wird
ein vor der Kamera, außerhalb des Bildfeldes liegender
Stern ausgespiegelt, und dann in einem separaten Nachführokular
betrachtet.
Um eine höhere Vergrößerung
zu erzielen, kann man eine Negativlinse vor dem Okular anbringen.
Mit einer solchen Nachführeinrichtung wird ein Leitfernrohr
überflüssig.
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Fernrohrmontierungen
Es nützt einem nichts wenn
man die beste Optik und die stabilste Montierung hat, wenn der
Stundenantrieb und die Deklinationskorrektur nicht einwandfrei
beherrscht werden. Hier spielt das Einfühlungsvermögen
des Amateurs eine große Rolle. Die Hauptfehlerquelle liegt
am Spiel des Getriebes. Dieses Spiel des Getriebes lässt
sich durch die Verstellung des Gegengewichtes mildern. Darauf
sollte hier geachtet werden, dass das Gegengewicht so verstellt
werden, das der Motor das Fernrohr zieht.
Antriebsarten
a) Handnachführung
Bei kleineren Fernrohren wird meistens kein Elektroantrieb
verwendet. Am Stundenantriebsachse ist eine biegsame Welle angebracht.
Auch an der Deklinationsachse ist es möglich dass dort eine
biegsame Welle vorhanden ist, und eine Nachführung per Hand
nicht ganz gleichmäßig umläuft, ist hier eine
eingwöhnung der Hand erforderlich.
b) Synchronmotor
Dieser Motor hat das Merkmal der vollelektronischen Steuerung
das in der einfachsten Art des Antriebes darstellt. Der Antrieb
kann durch das Verstellen der Frequenzen gesteuert werden. Ein
Nachteil dieser Antriebsart ist, dass die Frequenz bei Temperaturen
um -5°C nicht mehr genau gehalten wird.
c) Schrittmotor
Dieser Motor funktioniert wie ein Synchronmotor, aber besitzt
im Gegensatz mehrere Pole die kreisförmig um die Motorwelle
angeordnet ist. Wird der Motor eingeschaltet, bewegt sich die
Welle von einem Pol zum nächsten und bleibt dort dann stehen.
Danach wird wieder beschleunigt und das gleiche Spiel wiederhohlt
sich wieder. Läuft der Motor mit einer hohen Frequenz, so
sind die Schritte nicht mehr hörbar.
Die Instrumentenplege
Die Instrumentenplege sollte hier
nicht ausser Acht gelassen werden, wenn Sie eine lange Lebensdauer
ihrer Optik und der Montierung und dem Zubehör haben möchten.
Man sollte hier niemals das übliche Nähmaschinenöl
oder sonstige Mineralöl, sondern nur Siliconöl verwenden.
Durch die Umweltabgase ist es ratsam, einmal jährlich das
Getriebe mit Waschbenzin mit einem Pinsel auszuwaschen. Für
die Spiegelreinigung wird doppelt destiliertes Wasser aus einer
sehr sauberen Flasche verwendet, das mit einer Spritzflasche auf
den ausgebauten Spiegel aufgespritzt wird. Man läst das Wasser
vom Spiegel ablaufen und tropft hier reinsten absoluten Alkohol
zum Nachreinigen auf, der sich über den ganzen Spiegel verteilt.
Der Spiegel wird mit der beschichteten Seite auf einen sauberen
Leinenlappen auf drei Gummistücken gelegt. Hier sollten dann
nur die äußersten Spiegelkanten berührt werden.
Okulare und Objektive sollten mit einem sauberen weichen Leinenlapppen
sanft abgerieben werden.
Filme
Das Angebot an Filmen ist derart groß,
daß es Anfängern wie Fortgeschrittenen oft überschaubar
erscheint. Zur Astrofotografie können die herkömmlichsten
Filme verwendet werden. Meistens werden Schwarzweiß-oder
Farb-Dia-Filme zu Auswahl genommen. Nicht alle Farbfilme sind
für die Astrofotografie geeignet, da diese nicht die Spektralempfindlichkeiten
verschiedener Objekte erfassen können.
Links zu Astrofilmen:
Filme
für die Deep-Sky-Astrofotografie
Die geeignete
Kamera
Für Astroaufnahmen ist fast
jede Kamera geeignet. Die Kamera muß die Möglichkeiten
für die Langzeitbelichtungen (eine Einstellmarke "B"
oder bei Digitalkameras "Bulb")besitzen. Das Sternenlicht
wirkt in der Regel mehrere Minuten lang auf den Film ein.
Schließlich sollte bei einer
idealen Kamera für Himmelsaufnahmen das Objektiv ausgewechselt
werden können, wie bei Spiegelreflex-Kameras. Auch ein Stativ
und ein Drahtauslöser sollten zur Verfügung stehen.
Befestigungen
von Kameras an Fernrohren
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Bei der Befestigung der
Kamera an Fernrohren gibt es zwei Möglichkeiten:
Die Kamera wird auf ein
Stativgewinde, die an den Rohrschellen befestigt ist, dort
angebracht.
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Soll das Fernrohr selbst
als Teleobjektiv verwendet werden, so wird die Kamera anstelle
des Okulars angebracht. |
Fokussierung
bei Fernrohren
Während man
bei normalen Fotoobjektiven davon ausgehen kann, daß der
Fokus stabil ist, müssen Fernrohre vor jeder Aufnahme neu
eingestellt werden. Abweichungen, die beim visuellen Beobachten
nicht auffallen, machen sich auf der fotografischen Schichtsofort
bemerkbar. Zwar bietet sich die Scharfeinstellung ohne Kamera,
nur mit eingesetzten Okular an, doch führt dieses Verfahren
mit Sicherheit nicht zum Ziel, da sich die Filmebene ein gehöriges
Stück hinter dem Okular befindet.
Ein besseres Verfahren
ist die Scharfeinstellung, wenn die Kamera bereits auf dem Aptapter
sitzt. Man stellt einen möglichst hellen Stern ein und dreht
so lange am Okularauszug, bis das Bild scharf ist. Hier zeigen
sich die Nachteile der modernen Reflexscheiben in den Kameras.
Die meist eingebaute Fresnellinse erschwert exaktes Scharfstellen
nämlich sehr. Abhilfe bietet die Verwendung einer Spiegelreflexkamera
mit auswechselbaren Sucherscheiben. Auf eine Sucherlupe zum Vergrößern
des im Sucher sichtbaren Bildes sollte man nicht verzichten.
Bei vielen Astrofotografen
kommt das Problem auf, dass sich die Objekte nicht richtig scharf
stellen lassen. Dies kann mit einem Bau einer Scheinerblende
umgangen werden.
Astroaufnahmen
mit Webcam
Ein umfassendes Gebiet zur Aufnahme von
Himmelsobjekten kommen Webcams hier in Frage, als mit der herkömmlichen
Methode mit Spiegelrefexkamaras. Leider sind nicht alle Webcams
für Astroaufnahmen geeignet. Für Astroaufnahmen kann
die Webcam Philips PCVC740K ToUcam Pro verwendet werden. Sie besitzt
im Inneren des Gehäuses einen CCD-Chip. Wenn man die Webcam
umbaut, kann man mit ihr Langzeitbelichtungen von lichtschwachen
Objekten aufnehmen. Voraussetzung ist daß ein Computer vorhanden
ist, um Astroaufnahmen von Sonne, Planeten, Mond u.s.w. machen
zu können.
Das Objektiv an der Webcam wird durch einen
Adapter ausgetauscht und an den Okularauszug befestigt. Scharfgestellt
wird am Montitor des Computers. Man kann entweder daraus einen
AVI-Film erstellen oder Serienbilder auf der Festplatte abspeichern.
Diese Rohdaten kann man z.B. mit Giotto
bearbeiten. Auf der Seite von Giotto können
Sie nachlesen, wie Webcams in der Astrofotografie im Einsatz kommen.
Leider reicht Giotto nicht aus, um das optimale Ergebnis aus den
Bildern heraus zuhohlen. Dies kann man mit einem anderen Bildbearbeitungsprogramm
umsetzen.
Weitere Links zum Thema Astrofotografie
mit Webcams
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Hilfsmittel,
Anleitungen
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|
|
Foren über
das Thema Webcam
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|
Astrobildbearbeitung
in Photoshop
|
|
|
Mondbilderserien
mit Webcam
|
Aufnahmevorbereitungen
am Tag
Für gute Astroaufnahmen ist ein dunkler
Himmel und gutes Wetter Voraussetzung. In den mitteleuropäischen
Breiten herrschen diese Bedingungen nur kurzzeitig, so daß
wenig Zeit bleibt, sich die Aufnahmeobjekte auszusuchen. Gutes
Planen hilft, das Beste aus der ohnehin kurzen Nachtzeit herauszuholen.
Zunächst sind die Zeiten des Sonnenuntergangs und des Beginns
der astronomischen Dämmerung wichtig. In diesem Zeitraum
kann später das Instrument aufgebaut und in der fortgeschrittenen
Dämmerung dann justiert werden. Wichtig ist auch die Zeit
des Mondaufgangs, weil danach nicht mehr fotografiert werden kann.
Mit Hilfe einer einfachen drehbaren Sternkarte
kann man feststellen, wann die gewählten Objekte mindestens
40° über dem Horizont stehen. Nur in dieser Höhe
gelangen sie soweit aus dem Dunst, daß sie einigermaßen
gut fotografiert werden können. Da Objekte, die im Westen
stehen, am frühesten untergehen, sollten sie zuerst aufgenommen
werden. Stehen mehrere Objekte zur Verfügung, sollte in einer
Liste der Aufnahmeobjekte das geplante Objektiv für das jeweilige
Objekt und deren Belichtungszeit vermerkt sein.
Sich mehr als 15 Objekte in einer Nacht
zu fotografieren, ist nicht sinnvoll. Nicht zu vergessen ist das
Beobachtungsbuch in dem alle Daten vermerkt werden. Die nächtlichen
Außentemperaturen sind nicht zu unterschätzen. Auch
die Sommernächte können recht kühl werden, warme
Kleidung gehört unbedingt dazu. Die Fernrohroptik braucht
Zeit, um sich abzukühlen. Beim Übergang von einem meist
geheizten Aufwahrungsort zum kühlen Beobachtungsort wird
jede Optik durch den Wärmeaustausch derartige Turbulenzen
im Rohr haben, daß kaum ein scharfes Bild möglich ist.
Wetter
Nicht jedes klare Wetter eignet sich für
die Astrofotografie. Besonders im Herbst und im Frühjahr
ist es nachts zwar klar in der höheren Atmosphäre lagert
sich aber eine feine Hochnebelschicht an. Für die Astrofotografie
sind solche Wetter-lagen nur bedingt günstig. Im Sommer kommt
es oft vor, daß sich, unsichtbar für den Beobachter
auf der Erde, in größerer Höhe Cirruswolken
die ganze Nacht über festsetzen. Dies
macht sich durch die herabgesetzte visuelle Grenzgröße
bemerkbar.
Beobachtungsbuch
Neben Notizen über die Wetterbedingungen
ist es ratsam, im Beobachtungsbuch folgende Angaben festzuhalten:
- Aufnahmeobjekt
- Koordinaten (Rektaszension und Deklination)
- Beginn und Ende der Aufnahme in MEZ
- Höhe des Objekts über dem Horizont
- Aufnahmeinstrument, Film-Filterkombinationen, Aufnahmedatum
- Besondere Beobachtungen
- Verwendeter Entwickler, Temperatur, Entwicklungszeit.... (nur
wichtig, wer ein Fotolabor zur Verfügung hat)
Sternaufnahmen mit feststehender
Kamera
Diese Art der Astrofotografie erfordert
am wenigsten an Ausrüstung und ist deshalb überall einsetzbar.
Sternaufnahmen mit feststehender Kamera lassen sich in zwei Gruppen
unterteilen:
- in Strichspuraufnahmen und Aufnahmen,
auf denen die Sterne punktförmig bleiben.
Als Ausrüstung braucht man eine Kamera
mit einem lichtstarken Objektiv, ein Stativ und einen Drahtauslöser,
damit auch punktförmige Sternaufnahmen gemacht werden können.
Die Kamera wird mit einem hochempfindlichen
Film ausgestattet (ab 400 ASA). Bedingt durch die Drehung der
Erde werden sich Sterne nach einer bestimmten Belichtungszeit
als Striche auf dem Film abbilden.
- Um punktförmige Sternbildaufnahmen
zu bekommen, kann das man über die Formel errechnen:
tmax = 460/(f * cos D)
f = Kameraobjektiv in mm angegeben; D
= Deklination des Objektes
Bei einem 50 mm Objektiv und einer
Deklination von 45° kann man mit 13 Sek belichten, damit Sterne
noch punktförmig erscheinen. Wird über den berechneten
Wert länger belichtet, erscheinen dann die Sterne auf dem
Film dann strichförmig.
Sehr eindrucksvolle Aufnahmen
erhält man bei der Fotografie des Polgebietes. Die Kamera
wird auf den Polarstern gerichtet und dann für 1 - 2 Stunden
belichtet. Voraussetzung ist, daß die Kamera die Einstellmöglichkeit
"B" besitzt, um Langzeitbelichtungen für Sternstrichspuraufnahmen
des Himmelspols ermöglicht.
Kometenfotografie
Kometenfotografie ohne Nachführung
Solche Aufnahmen sind nur bei den hellsten
Kometen möglich,als Beispiel dient der Komet Hale Bopp aus
dem Jahr 1997.

Nachgeführte Kometenaufnahmen
Besonders die hellsten Kometen
bereiten bei nachgeführten Aufnahmen
gewisse Schwierigkeiten. Sofern sie nicht zu schnell unter den
Sternen bewegen, erscheint das Bild des Kometen auf der Aufnahme
verschwommen, die Sterne dagegen scharf. Um diesen Missstand abzuhelfen,
muß auf den Kern des Kometen nachgeführt werden.
Dies erreicht man am besten, indem man
das Fadenkreuz des Nachführokulars auf die vordere Spitze
des Kometen einstellt und dann entsprechend nachführt. Es
ist daneben noch zu beachten, daß der Komet höchstwahrscheinlich
häufige Korrekturen in beiden Achsen fordert, je nach seiner
Bewegung.
Sternfeldfotografie
Unter der Sternfeldfotografie
versteht man nachgeführtes Fotografieren
mit kleineren Brennweiten, wenn es auf ein möglichst großes
Bildfeld oder eine lichtstarke Aufnahme ankommt. Die einfachste
Art der Sternfeldfotografie
braucht man hierzu kein Fernrohr, sondern nur eine Kamera, gutes
Objektiv, ein Stativ und einen Ferauslöser. Damit kann man
Sternfelder fotografieren oder Strichspuraufnahmen machen. Als
Objektive können Brennweiten von 28 mm bis 200 mm Teleobjektiven
eingesetzt werden. Die Kamera wird dabei auf das Fernrohr gesetzt
und mit dem Hauptrohr wird nachgeführt. Die Fernrohrmontierung
muß in diesem Fall einwandfrei justiert sein. Bei ungenauer
Justierung besteht die Gefahr, daß häufige Korrekturen
der Deklination zwar den Leitstern schön punktförmig
erscheinen lassen, das restliche Feld jedoch mehr oder weniger
große Kreise um den Leitstern zieht. Bei Verwendung kleineren
Brennweiten kann man sich beim Einstellen des Objekts darauf beschränken,
einen hellen Leitstern in seiner Nähe zu suchen. Wichtig
ist dabei, daß dieser Leitstern auch das Zentrum des Kamerabildes
darstellt.
Sternfeldfotografie mit einer
Barndoor-Montierung
Nachgeführte Sternfeldaufnahmen auf
einer Barndoor-Montierung kann auch ohne großen Aufwand
im Gegensatz einer motorischen Nachführung zu beeindruckenden
Bilder kommen, in der Astrofotografie. Eine genaue Bauanleitung
für so eine solche Barndoormontierung, findet man auf der
Webseite von Torsten
Frank. Die Barndoormontierung muss vor der Aufnahme auf den
Himmelspol ausgerichtet werden, wobei die Achse des Schaniers
auf den Himmelspol zeigen muss. Der nördliche Himmelspol
liegt fällt nicht mit Polaris zusammen, sondern liegt 0,8°
daneben.
Fokalfotografie
Hier betritt der Astrofotograf
ein Gebiet, das bereits erheblich mehr an Ausrüstung erfordert,
als das mit der Sternfeld-Fotografie ist. Mit steigenden Brennweiten
treten die Probleme der Montierungen immer stärker in Erscheinung.
Die mechanischen Teile, auf die es bei einer Montierung ankommt,
sind im wesentlichen das Schneckenrad und die Schnecke der Stundenachse.
Die üblichen Gewindefehler, die bei ihrer Herstellung unvermeidbar
sind, sorgen trotz einer etwaigen einwandfreien Nachführung
von Seiten des Motors für eine ungleichmäßige
Bewegung in Stundenrichtung.
Diese Teile "eiern"
quasi in ihren Lagern. Der mechanische Fehler kann leicht festgestellt
werden, indem mit einer dejustierten Montierung Fokalaufnahmen
eines Sterns gemacht werden. Dies sollte bei eingeschalteter Nachführung
und einwandfreier Mechanik eine saubere Strichspur ergeben. Meist
wird jedoch eine mehr oder weniger geschwungene Linie auf dem
Negativ herauskommen. Die Abweichungen dieser geschwungenen Linie
von einer geraden geben den mechanischen Fehler der Montierung.
Für Fokalfotografie müssen diese Bogen in der Sternspur
innerhalb des Toleranz- winkels liegen!
Leitfernrohr und Off-Axis-Guiding
Beim Off-Axis-Guiding wird das
Sternlicht vor der Kamera ausgespiegelt und in einem separaten
Okular betrachtet. Meist wird noch eine Barlowlinse dazwischengeschaltet,
um eine höhere Vergrößerung zu erzielen. Bei der
Anwendung wird dann ein Leitfernrohr dann
überflüssig. Der andere Weg der Überwachung der
Nachführung, ist die Nachführkontrolle mittels eines
Leitfernrohres. Es sollte einem vernünftigen Verhältnis
zum Aufnahmefernrohr eingesetzt werden. Beide Einrichtungen, Leitfernrohr
und Off-Axis-Guiding, müssen mit einem beleuchteten Fadenkreuzokular
ausgerüstet sein, damit auch an schwachen Sternen nachgeführt
werden kann. Als Leitfernrohr können alle Fernrohrtypen verwendet
werden. Der Durchmesser des Objektivs sollte 60 mm nicht unterschreiten.
Planetoiden
Planetoiden sind im allgemeinen
punktförmig und können deshalb wie Sterne fotografiert
werden. Der Beobachter muß vor der Aufnahme das ungefähre
Gebiet kennen, indem der Planetoid steht. Die Koordinaten kann
man aus einem Astronomie-Programm oder einem astronomischen Jahreskalender
entnehmen. Das Fernrohr wird dann auf diesen Himmelsausschnitt
eingestellt, dann wird belichtet. Schnelllaufende Planetoiden
bilden sich als länger belichteten Aufnahmen als Striche
ab. In diesem Fall ist die Identifizierung nicht schwierig. Bleibt
der Planetoid punktförmig, kann die Suche nach ihm, besonders
in der Milchstraßengegend, zu einem wahren Geduldsspiel
werden. Es empfiehlt sich eine Reihe von Aufnahmen desselben Planetoiden
zu machen, damit man seine Bewegung leichter verfolgen kann. Die
Belichtungszeit sollte bei Objekten der 10. Größe etwa
30 Minuten betragen. Für Reihenaufnahmen ist es sinnvoll,
wenn der zeitliche Abstand zwischen zwei Aufnahmen bei 12 Stunden
liegt, damit die Bewegung ausreicht, um ihn zu erkennen.
Sternhaufen

Die meisten offenen Sternhaufen und
einige wenige kugelförmige Sternhaufen sind mit den Methoden
der normalen Sternfeldfotografie machbar. Während offene
Sternhaufen in fast allen Größen vorkommen und somit
für alle Objektive ab 50 mm Brennweite geeignet sind. Bei
den Kugelsternhaufen ist die Benützung von Filtern lohnend.
Gas und Planetarische Nebel
Gasnebel und Planetarische Nebel
mit größerem Durchmesser erfordern lichtstarke Objektive.
Für Aufnahmen des Nordamerikanebels sollte b.z.w je nach
Brennweite das Öffnungsverhältnis von 1 : 8 nicht unterschritten
werden. Gerade bei diesem Beispielobjekt verteilt sich ja die
Helligkeit des Nebels über ein großes Areal am Himmel.
Besonders Gasnebel sind für die Filterfotografie geeignet.
Einige Filter je nach Bauart, lassen bestimmte spektrale Wellen
des Lichtes durch und erzeugen eine Art "dunklen Himmel",
wobei sich das Streulicht der Straßenlichter gewaltig reduzieren
lässt. Die Belichtungszeit sollte so gewählt werden,
daß sich der Himmelshintergrund noch nicht auf der Aufnahme
bemerkbar macht. Die Mehrzahl der Nebel ist jedoch so klein, daß
zu größeren Brennweiten und sogar zu Fokalaufnahmen
gegriffen werden muß. Dann ist bei den meisten Fernrohren
oft das geringe Öffnungsverhältnis das Hauptproblem.
Das hat zur Folge, von Belichtungszeiten von einigen Stunden,
die hohe Anforderungen an das Durchhaltevermögen des Fotografen
stellt.
Galaxien
400 mm Brennweite ist schon Mindestensanforderung,
wenn die Aufnahme einer Galaxie einen vernünftigen Bildmaßstab
haben soll. Wegen der geringen Helligkeit der meisten Galaxien
sind in der Regel Belichtungszeiten von mehr als 30 Minuten erforderlich.
Auf Filter sollte wegen der geringen Helligkeit verzichtet werden.
Sonnenfotografie
Selbst ein flüchtiger Blick auf die
Sonne durch das Teleskop, Fernglas oder ein anderes optisches
Instrument ist sehr gefährlich, es sei denn, das Gerät
ist mit einem eigens für Sonnenbeobachtungen hergestellten
Filter ausgestattet !!!
Verwenden Sie auch keine Sonnenfilter die am Okular angebracht
werden, Sie können aufgrund der starken Erwärmung kaputt
gehen!!!
Für die Sonnenfotografie können
alle Fernrohre verwendet werden. Den Vorteil haben die langbrennweitigen
Refraktoren, einmal wegen des größeren Abbildungsmaßstab
und der geringen Anfälligkeit in thermischer Hinsicht.
Lichtdämpfung
Die starke Intensität des Sonnenlichtes,
die bei unsachgemäßen Umgang Gefahr für das Auge
und Gerät birgt, muß sehr stark reduziert werden, in
diesem Bereich von 1000 - 10000 fach. Für die Okularbeobachtung
braucht man noch eine stärkere Lichtabschwächung, aber
zum Fotografieren muß mehr Licht da sein.
Objektivfilter
Eine bessere Methode der Lichtabschwächung
als die Verwendung von Okularfiltern, erreicht man durch verwenden
eines Objektivfilters. Zum Fotografieren muß der Objektivfilter
einen Lichtdurchlass haben, der in dem Bereich zwischen 0,1 %
und 0,01 % liegt.
Folienfilter
Anstelle des Glasfilters kann auch eine
Spezialfolie Verwendung finden. Dieses Material ist extrem dünn.
Auf der lichtdurchlässigen Kunststoffunterlage ist eine hauchdünne
Aluminiumschicht aufgedampft. Leider zeigt diese Schicht zahlreiche
kleine Löcher und Beschädigungen, die Streulicht verursachen.
Für große Fernrohröffnungen ist diese Folie nicht
zu empfehlen, die fotografische Schicht wird zu sehr angegraut,
das führt zu starker Kontrastminderung.
Bei Sonnenbeobachtungen mit Folienfilter
muß die Folie auf Beschädigungen untersucht werden,
dies dann eine Gefahr für das Auge mit sich bringen!!!
Aufnahmeverfahren
Dazu wird eine Spiegelreflexkamera
an den Okularauszug angeschlossen, indem man das Kameraobjektiv
entfernt hat. Der Klarfleck darf für die Kamera-Scharfeinstellung
nicht benutzt werden, wobei es zu Fehleinstellungen kommt. Die
Verschlußzeiten sollten in einen Bereich von 1/500 bis zu
1/2000 Sek liegen, daß das Negativ richtig belichtet ist.
Erweist sich das Dämpffilter als zu hell, bringt man zusätzlich
vor dem Kameraeingang einen Graufilter an. Das Sucherbild im Kamerasucher
muß sehr hell erscheinen. Die Scharfeinstellung des Bildes
ist am besten am Sonnenrand durchzuführen. Im direkten Aufnahmefokus
sind mit mittelgroßen Instrumenten, in Verbindung mit Feinkornfilmen,
Flecken bis zu 1 Bogensekunde Durchmesser erfassbar und die granulare
Struktur ist auf dem Film schon deutlich sichtbar.
Sonnenflecken heben sich gut von
der Oberfläche ab, eine Normalentwicklung nach der Gebrauchsanweisung
bringt ausreichenden Kontrast.
Geht es darum, noch weitere Details
sichtbar zu machen, wie Strukturen innerhalb der Penumbra, Fackeln,
oder die granulare Struktur, muß man versuchen den Kontrast
zu erhöhen. Als Filmmaterial sollte man einen kontrastreich
arbeitenden Film verwenden, z.B. Agfa Ortho 25. Für die Entwicklung
des Films, ist der Entwickler "Rodinal" zu empfehlen,
der in der Verdünnung 1:10 bis 1:200 verwendbar ist. Bei
ausreichender Belichtung kann bei schwächerer Verdünnung
und verlängerter Entwicklungszeit, ein sehr hoher Konstrast
erreicht werden.
Protuberanzen
Die Aufnahme der Protuberanzen
sind mit einem Protuberanzenansatz durchfürbar. Für
die Aufnahme der Protuberanzen ist ein Film zu verwenden, der
im ROT hochempfindlich ist und feinkörnig ist. Die Belichtungszeiten
muß für jedes Instrument ermittelt werden, weil sie
von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie z.B: die Lichtstärke,
Durchlassgrad des Filters, Filmentpfindlichkeit des Film im Rot
und Helligkeit der Protuberanzen.
Mond
und Planetenfotografie

Um Einzelheiten auf der Mondoberfläche
oder die winzigen Scheiben der Planeten fotografisch einzufangen,
genügt die einfache Brennweite des Fernrohres meistens nicht
mehr. Zur Mond und Planetenfotografie sind alle Fernrohrtypen
geeignet. Bei den Linsenteleskopen sind geringe Öffnungsverhältnisse
vorzuziehen (1 :15 oder kleiner). Auch mit einem einfachen Spiegelteleskop
lassen sich beste Aufnahmen herstellen. Zur Brennweitenverlängerung,
können Telekonverter oder Barlowlinsen eingesetzt werden,
die das Bild dementsprechend vergrößern.
Nachführung
Bei langbrennweitigen Aufnahmen
ist eine exakte Nachführung Voraussetzung, außer bei
Mond oder Venus kommt man mit stehendem Fernrohr aus. Bei Belichtungszeiten
bis zu wenigen Sekunden erfüllen handelsübliche Schnecken
jedoch die erforderliche Nachführgenauigkeit. Eine ruckende
Nachführung ist nicht zu gebrauchen. Oft verschwindet dieses
Rucken, wenn das Fernrohr nicht ganz austariert wird, sondern
der eine Teil der Montierung (Fernrohr bzw. Gegengewicht) etwas
ins Übergewicht gebracht wird, so daß die Nachführung
das Fernrohr ziehen muß. Selbst ein Ausrichtungsfehler von
einem Grad führt bereits nach vier Sekunden zu einer Strichspur.
Filmmaterial
Das Filmmaterial sollte möglichst
feinkörnig sein, denn es kommt gerade auf die Wiedergabe
kleinster Details an. Sehr feinkörnige Filme ab 25 ISO liefern
oft aber noch bessere, schärfere Bilder. Bei der Entwicklung
nuß natürlich ebenso darauf geachtet werden, das feine
Korn nicht zu vergrößern. In Frage kommen hier nur
Feinkornentwickler im Einsatz. Wer nicht selbst entwickelt, suche
sich ein Labor aus, bei dem der Film nach Wunsch entwickelt wird.
Bei Objekten mit nahezu starken
Kontrast, z.B. Mondkrater am Terminator, die Venussichel oder
den Saturnringen reichen normale Entwicklung und mittlere und
harte Papiersorten aus. Die Farbfotografie von Planeten ist nicht
viel schwieriger als Schwarz-Weiß-Fotografie. Farbnegative
sind für solchen Zweck allerdings ungeeignet. Es sind in
diesem Fall Farb-Dia-Filme zu verwenden, weil beim Abziehen auf
Papier gehen oft die Details und die genaue Farbwiedergabe verloren.
Aber auch bei den Diafilmen ist auf feinstes Korn zu achten.
Die Güte der Luftunruhe trägt
wesentlich zum Gelingen einer Aufnahme bei. Während bei starker
Luftunruhe gar keine Aufnahmen möglich sind, kann man bei
ruhiger Luft erstaunlich detailreiche Aufnahmen gewinnen.
Folgende Faktoren beeinflussen hauptsächlich die
Luftunruhe:
Die
Wetterlage: In sehr klaren
Nächten ist die Luftunruhe oft etwas größer, während
sie bei schwachem Nebel meist gering bleibt; hohe Luftfeuchtigkeit
hat also einen günstigen Einfluss.
Neben
schwachen jahreszeitlichen Schwankungen ändert sich die Luftunruhe
auch im Verlauf der Nacht. Gegen Mitternacht ist sie etwas stärker,
als in der Abend-und Morgendämmerung.
Einen
großen Einfluss haben die örtlichen Verhältnisse.
Über bewohnten Gebiet, womöglich
noch mit rauchenden Kaminen, zittert die Luft viel stärker
als über großen Wald oder Wiesenflächen.
Temperaturunterschiede
im Fernrohr oder in seiner Umgebung rufen zusätzliche Luftunruhe
hervor. Vorne offene Spiegelteleskope liefern stundenlang unbrauchbare
Bilder, wenn sie vom warmen Zimmer in die Winterkälte gebracht
werden.
Es ist vom Vorteil, dasselbe Objekt
gleich mehrere Male hintereinander aufzunehmen. Damit wächst
die Chance, einmal einen Moment mit ruhiger Luft zu erwischen.
Ein weiter Effekt ist die atmosphärische Refraktion, die
abhängig ist von der Wellenlänge des Objekts. Blaues
Licht wird stärker gebrochen als rotes. Der obere Rand von
Objekten erscheint bläulich, der untere rötlich; Ein
Objekt wird in 20 ° Höhe verschmiert, was bei ruhiger
Luft eine deutliche Verschlechterung bewirkt.
Belichtungszeiten bei Himmelsobjekten
Die Belichtungszeit
richtet sich im wesentlichen nach der
•
Filmentpfindlichkeit
•
Öffnungsverhältnis des
Fernrohres
Ein 1:15 - Fernrohr
erreicht bei dreifacher Verlängerung durch eine Barlowlinse
oder Okularprojektion also ein Öffnungsverhältnis von
1:45; Legt man für das Öffnungsverhältnis einen
Standartwert von 1:50 und 25 ASA-Film zugrunde, erhält man
in der Tabelle zu empfehlende Belichtungszeiten .
|
Objekt
|
Mondalter
in Tagen
|
Belichtungszeit
in Sekunden
|
|
Mond
|
2 oder
27,5 Tage
|
15
|
|
"
|
4 oder
25
|
6
|
|
erstes
Viertel
|
7 oder
22
|
3
|
|
|
11 oder
18
|
1
|
|
Vollmond
|
15
|
1/2
|
|
sekundäre
Licht
|
|
5000
|
|
Mondfinsternis
|
Halbschatten
|
1 - 20
|
|
Mondfinsternis
|
Kernschatten
|
1000
|
|
Merkur
|
|
1/2
|
|
Venus
|
|
1/8
|
|
Mars
|
|
1
|
|
Jupiter
|
|
3
|
|
Jupitermonde
|
|
10
|
|
Saturn
|
|
10
|
Für andere
Öffnungsverhältnisse und Filmentpfindlichkeiten ist
die
| Belichtungszeit
= |
(Öffnungsverhältnis)²
|
*3 s (Jupiter) |
|
ASA*100
|